Aus dem Bereich Wissen

Calvins Ethik: Für Gott ist es unmöglich, nicht barmherzig zu sein
Von Eberhard Busch
Miteinander statt Konkurrenzdenken, soziale statt individualistische Humanität, die Fremden als Geschwister zu erkennen, fordert Calvin.



Gebet/Psalmen

„Christ sein und Beten ist ein und dasselbe, eine Sache, die nicht unserer Laune ausgeliefert werden kann. Das ist ein Lebensbedürfnis, eine Art notwendiger Atmung, um zu leben.“ (Karl Barth).

Das Gebet des Menschen zu Gott ist Bitte und Klage, Dank und Lob. Das bekannteste und das bedeutendste Gebet für Christinnen und Christen ist das Unservater. Das Unservater, in lutherischer Tradition Vaterunser, hat Jesus gelehrt zu beten – im Evangelium nach Matthäus, Kapitel 6, die Verse 9 bis 13.

Unser Vater im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Andere bedeutende Gebete der Bibel sind die Psalmen. Die Psalmen des Alten Testaments sind jüdische Gebete. Mit dem für evangelisch-reformierte Gottesdienste typischen Psalmengesang, mit der immer wieder erneuerten Nachdichtung biblischer Psalmen für den Gottesdienst bewahren reformierte Christen ein „zentrales Stück des biblischen Erbes, das Juden und Christen gemeinsam ist“, so Rabbiner Jonathan Magonet und Rolf Rendtorff im Geleitwort zum Reimpsalm der Evangelisch-reformierten Kirche.

Weitere berühmte Gebete der Bibel sind: der Lobgesang der Hanna (1. Samuel 2, 1-10), der Lobgesang der Maria (Lukas 1, 46-55) und der Lobgesang des Zacharias (Lukas 1,67-79).

Das kürzeste Gebet im christlichen Gottesdienst: „Herr, erbarme dich!“ – griechisch: Kyrie eleison.


Barbara Schenck
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''Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!''
von Jürgen Ebach, Bochum

Der Vortrag, den Dr. Jürgen Ebach, Professor em. für Altes Testament, auf der Reformierten Konferenz Bentheim - Steinfurt - Tecklenburg am 12. November 2011 gehalten hat, ist online zu lesen auf www.altreformiert.de
Beten - ''eine sehr strenge Arbeit''
Vortrag und Arbeitsmaterial von Marten Marquardt

Texte rund ums Beten: vom "Amen" übers "Klagen" zum "Vaterunser" und vieles mehr. Verfasst und zusammengestellt von Marten Marquardt, Leiter der Melanchthon-Akademie Köln.
Wann, wo und wie beten?
Ein Zitatenschatz

Worte über und rund ums Gebet, "der vornehmsten Übung des Glaubens", eines "Verkehrs des Menschen mit Gott", einer "vertrauten Unterredung des Frommen mit Gott" (Johannes Calvin)
Beten gegen die Mächte der Welt
Wer betet, nimmt Anteil an Gottes Weltherrschaft

"Wer sagt eigentlich, dass Beten keine Form des Aufstandes ist? Ein hoher Stasioffizier aus Leipzig hat im Rückblick auf den Mauerfall gesagt: "Auf alles waren wir vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete." Ein Beitrag von Peter Bukowski.
Mk 14, 32-52: Das Gebetsringen Jesu in Gethsemane
Predigt von Hans Theodor Goebel

''Jesus steht seinen Jüngern als der einsame Beter gegenüber. Bis heute ist das so. Jesus geht in seiner Kirche nicht auf. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass heute wir schlafen, wo wir für uns wachen und beten sollten.''
Was geschieht, wenn wir beten?
von Paul Kluge, Detmold

Was geschieht mit uns, was geschieht in uns, wenn wir beten? Eine Suche nach Antworten.
Der reformierte Psalter
Von Lili Wieruszowski

Im Jahr 1940 erschien im „Kirchenblatt für die reformierte Schweiz“ eine Folge von Aufsätzen zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des reformierten Psalters. Verfasserin war Lili Wieruszowski, eine seit 1933 in Basel lebende deutsche Emigrantin jüdischer Abstammung, von Beruf lutherische Kirchenmusikerin. Die auch heute noch lesenswerte lebendige Darstellung hat der Schweizerische Kirchengesangsbund (SKGB) auf seiner Homepage veröffentlicht, ergänzt mit Anmerkungen aus der neuesten wissenschaftlichen Forschung zum Genfer Psalter.
Reformierte Predigtreihen aus dem Rheinland
2008: Das Vaterunser

Die Melanchthon-Akademie des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region dokumentiert regelmäßig reformierte Predigtreihen unter dem Titel "Der einfache Gottesdienst".
Johannes Calvin als Ausleger der Psalmen
Von Matthias Freudenberg

Mannigfache und glänzende Reichtümer entdeckt Calvin in den Psalmen. Die Lieder und Gebete Israels sind für den Reformator ein Schatz, der dem Aufbau der Kirche dient. Calvin selbst identifiziert sich mit König David, geht an seiner Seite der Gottesrede auf den Grund, blickt in die Abgründe menschlichen Lebens und findet in dem nachdenklichen Dichter ein Vorbild.
Der Genfer Psalter – der Hugenottenpsalter
''Darum, wenn wir gut hier und da gesucht haben, finden wir keine besseren noch geeigneteren Gesänge als die Psalmen Davids'' (Johannes Calvin)

Die Reformatoren wollten – anders als in der katholischen Messe üblich – die Gemeinde der Gläubigen während des Gottesdienstes singen lassen. Dazu griffen sie auf die biblischen Psalmen zurück. Nachgedichtet und vertont wurden die alten Gebete zu populären Liedern - und sind mittlerweile z.T. im world wide web zu hören.
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