Calvin grüßt Luther

Zum Beginn der „Lutherdekade“ 2008 - 2017

Martin Luther, Kupferstich von Lucas Cranach d.Ä., 1520

Die Luther-Dekade unter dem Motto „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ wird am 21. September 2008 mit einem Festgottesdienst in Wittenberg eröffnet. Zur Einstimmung auf reformiert-info: Johannes Calvin über Martin Luther; der Streit um das wahre Verständnis des Abendmahls; Calvin als Schüler, der einen Schritt über seinen „Meister“ Luther hinausging.

Die Lutherdekade soll vorbereiten auf das Reformationsjubiläum 2017. Der 31. Oktober 1517 wird als der Tag erinnert, an dem Martin Luther (1483 – 1546) seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel versandte, die dann auch an die Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen wurden.
In das erste Zehntel der Lutherdekade fällt das Calvinjubiläum. Auch dieses Jubiläum ein Anlass, mit Freude und Dankbarkeit auf Luthers Schaffen zu blicken. Als „einen Erstling unter den Knechten Christi, dem wir alle viel schulden“, als „großen Mann“ mit „außerordentlichen Geistesgaben“ und „treuen Lehrer der Kirche“ schätzte Calvin den 26 Jahre älteren Reformator und tadelte gleichzeitig dessen „Heftigkeit“, „Wildheit“ und „Zorn“ im Streit um das Verständnis der Gegenwart Christi im Brot und Wein des Abendmahls.

Das Ringen um das rechte Verständnis des Abendmahls
Polemik und Versöhnung in Worten Calvins, geschrieben nach Luthers Tod
Martin Luther und die reformierte Reformation
Ein Brief Calvins, der Luther nicht erreichte

Das Ringen um das rechte Verständnis des Abendmahls
Zu Lebzeiten sind sich Johannes Calvin und Martin Luther nicht persönlich begegnet, Calvin jedoch wäre gern ein Schüler Luthers gewesen und hat u.a. in seiner Institutio viel von Luthers Theologie aufgenommen. Des Öfteren ließ Calvin in Briefen einen Gruß an Luther ausrichten und Luther soll, wie Calvin von einem „zuverlässigen Zeugen“ mitgeteilt wurde, sich wohlwollend über Calvins Kleinen Abendmahlstraktat (1541) geäußert haben: „’Wahrhaftig! dieser Mann urtheilt nicht übel. Ich für meinen Theil wenigstens nehme an, was er von mir sagt. Wollten die Schweizer dasselbe thun, so dass eine jede Partei mit Ernst ihr Unrecht anerkennte und wieder zurücknähme, so hätten wir jetzt den Frieden in diesem Streite.’“ (vgl. Busch, Gotteserkenntnis, 128).
Inmitten des heftigen Streits in der Frage nach dem Abendmahl zwischen Zürich und Wittenberg, verschwieg Calvin nicht, wie fremd ihm der „maßlose, blitzeschleudernde Zorn“, die „heftige Art“, gar die „Anfälle von Wildheit“ bei Luther waren (vgl. Briefe I, 308), aber trotzdem mahnte er die Schweizer zur Nachsicht, so am 25. November 1544 in einem Brief an Bullinger in Zürich:
„[…] Aber das ist mein Wunsch, dass Ihr Euch darauf besinnt, welch großer Mann Luther doch ist, durch welche außerordentliche Geistesgaben er sich auszeichnet, wie tapfer und unerschütterlich, wie geschickt, wie gelehrt und wirksam er bisher immer gearbeitet hat an der Zerstörung der Herrschaft des Antichrists und an der Ausbreitung der Lehre zur Seligkeit. Ich hab’s schon oft gesagt: Wenn er mich den Teufel schölte, ich würde ihm doch die Ehre antun, ihn für einen ganz hervorragenden Knecht Gottes zu halten, der freilich auch an großen Fehlern leidet, wie er an herrlichen Tugenden reich ist. Hätte er sich doch bemüht, sein stürmisches Wesen besser im Zaum zu halten, mit dem er überall herausplatzt! Hätte er doch die Leidenschaftlichkeit, die ihm angeboren ist, stets gegen die Feinde der Wahrheit gekehrt, statt sie gegen Knechte des Herrn blitzen zu lassen! Hätte er sich doch mehr Mühe gegeben, seine Fehler einzusehen! Am meisten haben ihm die Schmeichler geschadet, da er schon von Natur zu sehr dazu neigt, sich selbst milde zu behandeln. Und doch ist’s unsere Pflicht, was fehlerhaft ist an ihm, so zu tadeln, dass wir seiner genialen Begabung etwas zugute halten. Denke also vor allem daran, das bitte ich Dich wie Deine Kollegen, dass Ihr es zu tun habt mit einem Erstling unter den Knechten Christi, dem wir alle viel schulden. […]“
(Bd. I, S. 285)

Im Ringen und Streiten um das rechte Verständnis des Abendmahls zwischen den Protestanten, an dem die evangelische Kirche später in zwei Konfessionen, die lutherische und die reformierte zerbrechen sollte, vermittelte Calvin zwischen den Schweizern, insbesondere den Zürchern und den Wittenbergern. Dabei wurde er selbst von Schweizer Seite verdächtigt, doch zu den „Lutherani“ zu gehören, so der Nachfolger Zwinglis in Zürich, Heinrich Bullinger bei den Verhandlungen um einer inner reformierte Einigung zum Verständnis des Abendmahls (Consensus Tigurinus 1549.pdf), vgl. Busch, 132. Calvin konnte ihn jedoch eines Besseren belehren.

"Ihr habt einen anderen Geist als wir!" – "sonnder ist offenbar, das wir nicht ainerley gayst haben" (WA 30/III,150,5-9), hatte Luther den Reformierten (sinngemäß) zugerufen im Marburger Religionsgespräch 1529, das am Ende einen Dissenz bekennen musste in der Frage, „ob der wahre Leib und das wahre Blut Christi in Brot und Wein gegenwärtig sind“.
Einige Jahre später formulierte Calvin sein Verständnis des Abendmahls, indem er das, was den beiden zerstrittenen Reformatoren Zwingli und Luther wichtig war, aufnahm:
auf der einen Seite das Anliegen Zwinglis, ganz deutlich zu sagen, dass Christus, der eine wahre Priester sei, der mit seinem einmaligen, unwiederholbaren Opfer all’ unsere Sünden getilgt habe,
und auf der anderen Seite das Anliegen Luthers, die Gegenwart Christi im Abendmahl in Worte zu fassen, ohne dass der Empfang des Abendmahls selbst zu einem Werk werde.
Gegen Zwingli sagte Calvin, das Abendmahl sei keine leere Zeichenhandlung, da uns in ihm die Gemeinschaft mit Leib und Blut Christi, mit Christus selbst und so mit seinen Gaben zuteil werde. Dies wirke der Heilige Geist.
In Abgrenzung zu Luther betonte Calvin, dass die Gemeinde im Abendmahl auch ihre Gemeinschaft bekunde. Im Abendmahl sei die Gegenwart Christi, anders als von den Wittenbergern behauptet, keine räumliche Gegenwart von Leib und Blut Christi in Brot und Wein, sondern eine geistliche. Der Geist verbinde die Gläubigen, die Glieder der Gemeinde mit dem Leib Christi im Himmel und untereinander.
In Luthers Wort von der anbetungswürdigen Hostie roch Calvin den Hauch von Götzendienst:
„Dem nämlich glauben wir entgegentreten zu müssen, dass es scheint, Luther träume von einer Umwandlung, sei es unseres Fleisches in das Christi oder umgekehrt, oder er erdichte die Unbegrenztheit des Leibes Christi, oder er fordere die örtliche Gegenwart dieses Leibes im Abendmahl“, schrieb Calvin am 12. Januar 1938 an Martin Bucer in Straßburg (Briefe I, 58f.) und auch noch einige Jahre nach Luthers Tod blieb Calvins Vorbehalt:
„Denn wo anders zielt jenes Wort Luthers vom anbetungswürdigen Sakrament hin, als dass ein Götze aufgerichtet wird im Tempel Gottes?“ (Calvin im Brief an Bucer, Oktober 1549, Briefe II, 497)

In seinem Kleinen Abendmahlstraktat (1541; Petit traicte de la saincte Cene de nostre Seigneur Iesus Christ) zeigte Calvin sich gegenüber Luther versöhnlich und verwies die im Streit miteinander liegenden Evangelischen, Zwingli in Zürich und Oekolampad in Basel samt ihren Anhängern auf der einen sowie Luther mit den Seinen auf der anderen Seite auf ihren gemeinsamen Fehler, „dass sie nicht die Geduld hatten, aufeinander zu hören, um dann ohne Leidenschaft der Wahrheit zu folgen, wo sie auch gefunden werde“ (CStA 1.2., 491).
Luther hielt Calvin vor, er habe zunächst, das Abendmahl so dargestellt, „dass er hinsichtlich der leiblichen Gegenwart Christi der Meinung zu sein schien, er lasse sie so gelten wie alle sie damals verstanden. Denn obwohl er die Transsubstantiation verwarf, nannte er doch das Brot den Leib Christi, weil es mit demselben verbunden sei. Mehr noch, er fügte dem Vergleiche zu, die ein bisschen hart und schroff waren. Aber das tat er gezwungenermaßen, weil er anders gar nicht seine Absicht erklären konnte.“ Von Anfang an aber wäre es Luthers Pflicht gewesen, „in Erinnerung zu bringen, er beabsichtige nicht, eine solche räumliche Gegenwart einzuführen, wie sie die Papisten träumen. Ferner hätte er beteuern sollen, dass er nicht das Sakrament anstelle Gottes angebetet haben wolle. Drittens hätte er sich jener harten und schwer zu fassenden Vergleiche enthalten oder sie doch mit Mäßigung gebrauchen sollen, indem er sie so auslegte, dass sie kein Ärgernis erregen konnten […]“ (CStA 1.2., 487.489).

In seinen eigenen vermittelnden Worten legte Calvin dar, das Abendmahl sei ein „Mittel, durch das uns der Herr in die Gemeinschaft mit Jesus Christus führt“ (CStA 1.2., 447), mit ihm wolle der Herr „die in seinem Evangelium enthaltenen Verheißungen in unserem Gewissen beglaubigen und versiegeln“, uns zur „Erkenntnis“ von Gottes großer Güte und somit zu mehr Lobpreis ermuntern, sowie uns als Glieder Jesu Christi zu „Eintracht und brüderlicher Liebe“ ermahnen (CStA 1.2., 447).
Als „gemeinsame Übereinkunft“ hielt Calvin fest: „Wir bekennen doch alle mit einem Munde, dass wir, wenn wir gemäß der Einsetzung des Herrn im Glauben das Sakrament empfangen, wahrhaft der eigentlichen Wirklichkeit des Leibes und Blutes Jesu Christi teilhaftig werden.“ (CStA 1.2., 493).
Um dieses Geschehen besser zu erklären, dürfe die „Wirksamkeit“ des heiligen Mysteriums nicht herabgemindert werden, denn: „Sie geschieht durch Gottes verborgene und wunderbare Kraft, und der Geist Gottes ist das verbindende Band in dieser Mitteilung. Deshalb wird sie ja auch eine geistliche genannt.“ (ebd.)

In seinem Genfer Katechismus von 1545 grenzte Calvin seine Erkenntnis vom Abendmahl erneut ab gegen die lutherische Abendmahlslehre, Christus in den „ganz und gar irdischen Elementen zu suchen“:
„353. Haben wir im Abendmahl nur das Zeichen für die erwähnten Wohltaten, oder wird uns dort die Sache selbst dargeboten?
Da unser Herr Christus die Wahrheit selber ist, gibt es gar keinen Zweifel, dass er die Verheißungen, die er uns hier gibt, auch erfüllt, und mit den Abbildern die Sache selbst gibt. Ich zweifle nicht daran, dass er uns, wie mit Wort und Zeichen bezeugt, auch seiner Wirklichkeit teilhaftig macht, damit wir mit ihm in ein gemeinsames Leben zusammenwachsen.
354. Wie kann dies aber geschehen, wenn der Leib Christi im Himmel ist, wir aber noch auf der Erde unterwegs sind?
Er bewirkt dies durch die wunderbare und verborgene Kraft seines Geistes, für den es keine Schwierigkeit bedeutet, räumlich Getrenntes und Entferntes zu verbinden.
355. Du stellst dir also nicht vor, der Leib Christi sein im Brot eingeschlossen oder das Blut im Kelch?
Ganz und gar nicht. Vielmehr meine ich, dass wir, um die in den Zeichen gemeinte Sache zu erlangen, unseren Sinn zum Himmel erheben müssen, wo Christus ist, und von woher wir ihn als Richter und Erlöser erwarten. Ihn in diesen ganz und gar irdischen Elementen zu suchen, ist verkehrt und umsonst.
356. Wir können deine Worte also so zusammenfassen: Im Abendmahl sind zwei Dinge beisammen, nämlich Brot und Wein, die mit den Augen gesehen, mit den Händen berührt und mit dem Geschmack wahrgenommen werden, und Christus, durch den unsere Seelen innerlich als mit der ihnen zukommenden Nahrung gespeist werden.
Jawohl: und dadurch werden wir wie mit einem Pfand unserer zukünftigen leiblichen Auferstehung vergewissert, da auch der Leib an diesem Zeichen des Lebens teilhat.“ (CStA 2, 129.131)

Polemik und Versöhnung in Worten Calvins, geschrieben nach Luthers Tod
Nach Luthers Tod stand Calvin im Streit um das Abendmahl seinen Nachfolgern gegenüber. „Affen Luthers“ nannte er diese (z.B. am 22. April 1560, Briefe III, 1054) und sehnte sich nach dem verstorbenen Reformator als Gegenüber und Gesprächspartner: „Lebte der treffliche Knecht Gottes und treue Lehrer der Kirche, Dr. Luther, heute noch, er wäre nicht so herb und unversöhnlich, Garniers Bekenntnis [Jean Garnier, Pfarrer der franz.-ref. Gemeinde in Straßburg] nicht gerne zuzulassen, nämlich das im Sakrament Dargestellte werde uns auch wirklich geboten, so dass wir z. B. beim Abendmahl teilhaft würden des Leibes und des Blutes Christi. Denn wie oft hat er bekannt, um nichts anderes kämpfe er, als dass festgestellt werde, Gott treibe mit uns kein Spiel mit leeren Symbolen, sondern was uns vor Augen gestellt werde, das erfülle sich auch an unsern Herzen, so dass Symbol und Wirkung eng verbunden seien.“ (Calvin an Pfr. Johann Marbach in Straßburg, 25. August 1554, in: Briefe II, 702)

Acht Jahre nach Luthers Tod schreibt Calvin den Pfarrern in Zürich, er wisse wohl, wie sehr Luther gegen die Reformierten gewütet habe, auch sei ihm dessen „ungeheuerliches Wort vom verehrungs- und anbetungswürdigen Altarsakrament“ nicht unbekannt, da er aber sah,
„dass ihm [Luther] , einem von angeborener Leidenschaftlichkeit hingerissenen Menschen, solche schäumenden Worte entfuhren, je nachdem er anderswoher aufgehetzt wurde, so wollte ich diesen Zank begraben und von ihm nur das nehmen, was sich eher zum Frieden eignet.“ (Calvin an die Pfarrer in Zürich, 13. November 1554, in: Briefe II, 721)

In der Frage nach dem rechten Verständnis der Anwesenheit Christi in Brot und Wein des Abendmahls, kam es zu Lebzeiten des Wittenberger und des Genfer Reformators nicht zu einem Einverständnis zwischen Reformierten und Lutheranern. Im Gegenteil. Im Streit um das Abendmahls zerbrach die protestantische Kirche in zwei Konfessionen. Erst im 20. Jahrhundert gelang in der Leuenberger Konkordie (1973) eine Verständigung zwischen den beiden evangelischen Positionen in der Abendmahlsfrage.

Martin Luther und die reformierte Reformation
Zwingli und Calvin waren Schüler Luthers, die den Schritt wagten, über ihren "Meister" hinauszugehen, so Karl Barth, vgl. ders., Die Theologie Calvins, 96. Die beiden reformierten Reformatoren waren über die dogmatischen Probleme, über die Lehre von Gott hinaus, getrieben von der ethische Frage: Wie sieht das Leben der Menschen aus? In ihrer Zeit, in der Welt? Schematisch vereinfachend gesagt: Luther war das Himmelreich näher als die Welt; den Reformierten war das, was in der Welt geschah ganz nah, das Himmelreich rückte dabei wieder ferner (ebd. 99). Der Glaube war Luthers eigentliches Herzensanliegen, nicht die Werke, "die reine Begründung der Tat", nicht "der Wille zur Tat" (ebd. 102). Dabei zeigte Luther durchaus, dass seine Gotteserkenntnis ethisch gemeint sei, "dass die Kinder Gottes in der Welt, in ihrem Beruf, im Rahmen der durch die Schöpfung gegebenen Ordnungen (...) das gute Werk der Liebe treiben könnten und müssten". Calvin hingegen zeigte, dass seine Ethik als Gotteserkenntnis gemeint sei, und konnte darum "in paradoxem Widerspruch zu dem Gehorsam, den er vom Willen des Menschen für seinen Gott forderte, die Majestät und Verfügungsgewalt dieses Gottes nicht hoch genug hinauftreiben" (ebd. 106).
Dieser Unterschied lässt sich auch daran festmachen, wie Luther und Calvin die reformatorische Entdeckung "Der Gerechte wird aus Glauben leben" aussprechen. Während Luther sagt: "Der Gerechte wird aus Glauben leben", betont Calvin: "Der Gerechte wird aus Glauben leben."
Während Luther zwischen dem verborgenen und dem geoffenbarten und gepredigten Gott unterscheidet, ja einen scharfen Gegensatz sieht, bekennt Calvin sich zur „belehrten Unwissenheit“: ‚Wir haben uns nicht zu schämen, wenn wir von diesen Dingen nicht wissen.’ (CO 2,680; vgl. van’t Spijker, Calvin, 207)

Ein Brief Calvins, der Luther nicht erreichte
Im Januar 1945 schrieb Calvin einen Brief an Luther. Der „Genfer“ bat den „Wittenberger“, „in ein paar Worten zu schreiben“, wie er über das Verhalten der „Nikodemiten“ in Frankreich urteilte und über Calvins Schrift, in der er deren Glaubenspraxis scharf ablehnte, also die Weise, bei evangelischer Gesinnung weiterhin an den römisch-katholischen Zeremonien teilzunehmen. Da Melanchthon jedoch nicht wagte, den Brief Luther zu übergeben, erreichte er den Wittenberger Reformator nicht, vgl. Briefe II, 289.
Calvin schrieb „dem vortrefflichen Hirten der christlichen Kirche, D. Martin Luther, meinem hochverehrten Vater“ und schließt mit den Worten: „Könnte ich doch zu Euch fliegen, um auch nur einige Stunden Deine Gegenwart zu genießen. Denn ich wünschte sehr – und es wäre auch besser -, nicht nur über diese Frage, sondern auch über allerlei anderes mündlich mit Dir zu verhandeln. Was aber auf Erden nicht geht, wird bald, wie ich hoffe, im Reiche Gottes möglich sein. Lebe wohl, Du hochberühmter Mann, Du trefflichster Diener Christi und mir ein stets geachteter Vater! Der Herr fahre fort, Dich mit seinem Geist zu leiten bis ans Ende zum gemeinen Wohl seiner Kirche.
Dein Johannes Calvin“

Literatur
Karl Barth, Die Theologie Calvins 1922, hrsg. von Hans Scholl in Verbindung mit Achim Reinstädtler (Karl Barth-Gesamtausgabe, Abt. II), Zürich 1993
Eberhard Busch, Gotteserkenntnis und Menschlichkeit. Einsichten in die Theologie Johannes Calvins, Zürich 2006
Johannes Calvin, Kleinen Abendmahlstraktat (1541; Petit traicte de la saincte Cene de nostre Seigneur Iesus Christ), in: Calvin Studienausgabe, Bd. 1.2 (CStA 1.2)
Johannes Calvin, Der Genfer Katechismus von 1545, in: CStA 2
Johannes Calvins Lebenswerk in seinen Briefen. Eine Auswahl von Briefen Calvins in deutscher Übersetzung von Rudolf Schwarz, Bd. 1-3, Neukirchen 1961-1962 (Briefe I – III)
Willem van’t Spijker, Calvin (Die Kirche in ihrer Geschichte. Bd. 3, Lieferung J 2), Göttingen 2001

Weitere Literatur
Alasdair I. C. Heron, „Wenn Luther uns mit unserem Bekenntnis annehmen will“. Luther und die Abendmahlsfrage in den Briefen Calvins bis 1546, in: Frömmigkeit – Theologie – Frömmigkeitstheologie. FS für B. Hamm, hrsg. Von G. Litz / H. Munzert / R. Liebenberg, Leiden 2005, 395-409
Gerhard Rödding, Luther und Calvin. Briefe, die nie geschrieben wurden, Neukirchen-Vluyn 2008

epd-Meldungen zur Lutherdekade auf der Homepage der EKD:
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2008_08_26_1_lutherdekade.html


Barbara Schenck
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