Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Die Friedensverantwortung der Kirche

Ein „Nein ohne jedes Ja“ zu Massenvernichtungswaffen

„Die Friedensfrage ist eine Bekenntnisfrage“ - erkannte der Reformierte Bund im Angesicht der atomaren Aufrüstung nach dem Zweiten Weltkrieg.

1982 nahm das Moderamen des Reformierten Bundes eindeutig Stellung zur Friedensfrage. Die unter Federführung von Pfarrer Dr. Rolf Wischnath formulierte Erklärung "Das Bekenntis zu Jesus Christus und die Friedensverantwortung der Kirche" nahm das Moderamen einstimmig an.
Diese Erklärung löste landesweit eine heftige und kontroverse Diskussion aus. Kernpunkte waren: Das "Nein ohne jedes Ja" zu Massenvernichtungswaffen und die Erkenntnis, die Friedensfrage sei eine Bekenntnisfrage, mit der der "status confessionis" (die Notwendigkeit, von neuem ein Bekenntnis zu formulieren) gegeben sei, "weil es in der Stellung zu den Massenvernichtungsmitteln um das Bekennen oder Verleugnen des Evangeliums geht".

Den Wortlaut der Erklärung zur Friedensverantwortung können Sie hier nachlesen, sowie eine Antwort von Hans-Joachim Kraus auf kritische Anfragen zu einzelnen Aussagen der Erklärung.
Es folgen weitere Texte, Stellungnahmen, Überlegungen von Reformierten auf dem Weg, Frieden zu schaffen:

Peter Bukowski kritisiert die "Drohgebärden mit atomaren Waffen" (20. Januar 2006)


Barbara Schenck
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Hans-Joachim Kraus nimmt Stellung zu kritischen Anfragen an die Erklärung des Moderamens der Reformierten Bundes „Das Bekenntnis zu Jesus Christus und die Friedensverantwortung der Kirche“ (1982).
Eine Erklärung des Moderamens des Reformierten Bundes (1982)

Im Folgenden lesen Sie die Thesen der Erklärung zur Friedensverantwortung, die das Moderamen des Reformierten Bundes 1982 einstimmig annahm.
Eine neue Friedensdenkschrift der EKD

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlichte am 24. Oktober 2007 die neue Denkschrift „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“.
Neue Chancen schaffen für eine Welt ohne Atomwaffen

EKD. Gemeinsame Erklärung des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, und des Präsidenten der deutschen Sektion von pax christi, Bischof Heinz Josef Algermissen:
Eine Erinnerung an die Reformierte Friedenserklärung 1982. Von Prof. Dr. Rolf Wischnath

Das "Nein ohne jedes Ja" zu Massenvernichtungswaffen, zu dem sich das Moderamen des Reformierten Bundes 1982 bekannte, wurde zum Slogan der Friedensbewegung und als Aufdruck auf lila Kirchentagstüchern zum Zeichen für den Widerstand gegen die Nachrüstung mit atomaren Waffen in Deutschland. Im Rückblick wirkt die Friedenserklärung mit ihrem Ausruf eines Bekentnnisstandes (status confessionis) der Sprache nach "als ein Dokument von gestern", der "Sache" nach gelte, so Rolf Wischnath, nach wie vor: "Der Mensch sieht den Teufel nicht mehr. Er hat ihn geschluckt. Kriege werden um ihrer selbst willen geführt." (Elias Canetti)
Bekennen in der Friedensfrage. Von Rolf Wischnath (2016).pdf
Erklärung des Moderamens des Reformierten Bundes zum 70. Jahrestag der US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 2015

Zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki fordert das Moderamen des Reformierten Bundes die Bundesregierung auf, »sich für den vollständigen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland stark zu machen«.
 

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