Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Handreichung für Diakoniepresbyter

Nicht überfordern, aber mutig anpacken

Barbara Montag; Foto: ekir.de

"Diakonie in der Gemeinde" heißt eine Orientierungshilfe, herausgegeben von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Ein ekir.de-Interview mit Barbara Montag.

Die Handreichung „Diakonie in der Gemeinde“ will neu gewählten Diakoniepresbyterinnen und -presbytern Mut machen. Wozu brauchen sie Mut?

Als Diakoniepresbyterin und Diakoniepresbyter brauche ich Mut, um das, was ich vor Ort an Problemen, Themen und Herausforderungen sehe, all das, was die Menschen im Sozialraum bewegt, gezielt aufgreifen zu können und im Rahmen meiner Möglichkeiten konstruktiv im gemeindlichen Kontext einzubringen. Es braucht Mut, die Problemfelder sensibel wahrzunehmen. Wohl wissend, ich bin nicht alleine, es gibt das Presbyterium, den Diakonieausschuss, das kreiskirchliche Diakonische Werk und andere kompetente Akteure vor Ort. Aber es braucht eben auch ein mutiges Anpacken, ein sensibles Ohr und Auge, ein mitfühlendes Herz sowie einen wachen Verstand.

Haben Sie ein Beispiel?

Was ich selbst erlebe, ist etwa die Herausforderung durch Armut. Über die Armut von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird öffentlich geredet. Als Diakoniepresbyter habe ich die konkreten Menschen direkt vor mir, in meiner Gemeinde, in meinem Stadtteil. Was können und wollen wir als Gemeinde tun? Wozu sind wir bereit, ohne uns zu überfordern? Kenne ich die nötigen Ansprechpartner, Netzwerke, Strukturzusammenhänge für Hilfesysteme usw.? An dieser Stelle möchte die Handreichung denen Anregungen geben, die sich als neue Mitglieder im Diakonieausschuss für die Gemeinde mit den Menschen und diesen Themen beschäftigen. Die Broschüre möchte Impulse geben für die neue Rolle, sie möchte sensibilisieren für besondere Aufgaben und Herausforderungen und sie möchte die Presbyterinnen und Presbyter stärken in der Wahrnehmung der eigenen Kompetenzen, Vorlieben und Möglichkeiten. Wichtig ist uns auch darauf hinzuweisen: Das alles muss ich nicht alleine tun, es gilt, gemeinsam diakonische Gemeinde zu gestalten und dazu auf ein großes verbindliches Netzwerk zurückzugreifen.

Welches Handwerkszeug bietet sie?

Die Handreichung beginnt nicht von ungefähr mit einer ganz lebenspraktisch gestalteten Checkliste, um die eigenen „Gestaltungsräume als Diakoniepresbyter“ auszuloten. Ergänzend und vertiefend sind die Beiträge zu biblischen Leitbildern von Diakonie und Gemeinwesen, die Strukturerläuterungen, das Kennenlernen diakonischer Arbeitsfelder, die Chancen von Veränderungen für Gemeinde und Ehrenamt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen – um nur einiges zu nennen.

Welches ist Ihr Lieblingsbeitrag?

Mir gefällt zum einen der rote Faden, der sich durch die ganze Broschüre zieht. Das ist „Tabita“ – eine Diakonikerin der ersten Stunde. Sie wird in Apostelgeschichte 9 erwähnt. Tabita soll mutmachend durch die Broschüre führen und – manches mal auch augenzwinkernd – die Ideen und Anregungen kommentieren, die die Texte bieten. Zum anderen hat mich besonders gefreut, dass sich die Mitglieder der Projektgruppe, in der die Broschüre erarbeitet wurde, bereit erklärt haben, weiterhin als Ansprechpartner zu dem Thema vor Ort zur Verfügung zu stehen. Das sind alles erfahrene Diakonie-Praktikerinnen und -Praktiker. Auch das macht Mut und ist nicht selbstverständlich.

Die Broschüre ist eine Premiere?

Mir ist jedenfalls keine weitere Handreichung für Diakoniepresbyter bekannt. Übrigens ist die Broschüre selber Teil eines umfassenderen Informationskonzeptes der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. An vielen Orten finden regionale Fachveranstaltungen für Diakoniepresbyter statt, in der Regel in Zusammenarbeit von Diakonie- Landesverband und den örtlichen Diakonischen Werken. Das gehört zu dem „Mutmachprojekt“ dazu. Gerne sind wir natürlich in der Stabsstelle Diakonisches Profil und Kommunikation für Veranstaltungen, Projekte und Konzeptionen ansprechbar.

Kontakt: Telefon 0211 / 63 98-254, E-Mail b.montag@diakonie-rwl.de

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