Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Heiliger Geist

Der Geist Gottes öffnet uns für den Glauben und schenkt neues Leben.

Der Heilige Geist ist der Atem Gottes. Er belebt, bewegt, befreit. Er macht "trunken" – von Gott. Er schenkt den Glauben. Am Pfingstag erfüllte der Geist Gottes unter einem "Brausen vom Himmel" die Jünger Jesu. Sie fingen an "zu predigen in anderen Sprachen". Und schon kamen die Spötter und sprachen: "Sie sind voll von süßem Wein" (Apg 2).

"Der Heilige Geist ist keine Zimmerlinde, vielmehr vergleicht die Schrift ihn mit dem Winde." (Kurt Marti 2000). In den biblischen Wörtern für Geist, "ruach" und "pneuma", klingen "Wind", "Atem", "Hauch". Bewegungen und Leben:

"Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser." (1. Mose 1,2). – "Wohin soll ich gehen vor deinem Geist ...?" (Psalm 139,7). – "Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten." (Joh 4,24).

"Gott ist Geist" und "Der Geist weht, wo er will" (vgl. Joh 3,8) – das ist die Freiheit Gottes. Doch diese Freiheit Gottes in seinem Geist ist nicht zu verwechseln mit Willkür. Der Geist Gottes ist der Geist des Gottes Israels und der Geist Jesu Christi, der Geist, der sein Volk aus dem Sklavenhaus Ägyptens befreit und die Gebote schenkt, der Geist, der Tote auferweckt.

Den Geist Gottes nennt alte christliche Tradition den Heiligen Geist. "Heilig" heißt: "reserviert für Gott" (Eberhard Busch).


Barbara Schenck
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