Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

50 Jahre Arnoldshainer Thesen

1. und 2. November 2007 in Arnoldshain (Hessen)

Mit den Arnoldshainer Abendmahlsthesen wurde der jahrhundertealte innerprotestantische Streit um das Verständnis des Abendmahls beigelegt. Bis heute gelten sie als das gemeinsame Fundament der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).

Am 1. und 2. November dieses Jahres jährt sich die Niederschrift und Unterzeichnung der Arnoldshainer Abendmahlsthesen zum 50. Mal. Aus diesem Anlass wird die Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Akademie Arnoldshain am 27.und  28. Oktober einen Festakt veranstalten.

Das Jubiläumsprogramm mit der Überschrift „Er lädt ein an seinen Tisch“ beginnt am Samstagabend um 19.30 Uhr mit einem Rundgespräch zur Bedeutung der Arnoldshainer Abendmahls­thesen. An diesem Gespräch nehmen teil: Professor Andreas Lindemann, designierter Direktor der Evangelischen Forschungsakademie, Peter Cornehl, Professor für Praktische Theologie an der Universität Hamburg, und Jan-Gerd Heetderks, Ratsmitglied der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Am Sonntag wird um 10.00 Uhr ein Abendmahlsgottesdienst in der Kapelle des Martin-Niemöller-Hauses zu Arnoldshain gefeiert, bei dem der Leiter des Amtes der UEK, Bischof Martin Schindehütte, predigt. Empfang und Grußworte ab 11.00 Uhr schließen sich an.

Die Abendmahlsthesen waren ein kirchengeschichtlich und theologisch wichtiger Durchbruch: Vier Jahrhunderte lang hatte es zwischen den unterschiedlichen evangelischen Konfessionen nach lutherischer und reformierter Prägung keine Abendmahlsgemeinschaft gegeben. Das Ende dieses innerevangelischen Dissenses läuteten die Arnoldshainer Abendmahlsthesen ein, indem sie ein gemeinsames evangelisches Verständnis des Abendmahls formulierten. Auf Grundlage dieses Konsenses konstituierte sich zehn Jahre später die Arnoldshainer Konferenz, in der sich evan­gelische Landeskirchen mit unterschiedlichen theologischen Prägungen zusammenschlossen. 1973 wurden Kernformulierungen der Arnoldshainer Thesen in die Leuenberger Konkordie aufgenommen – die Lehrübereinkunft reformatorischer Kirchen Europas, die die Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen den beteiligten lutherischen, reformierten und unierten Kirchen herstellte. So bilden die Thesen von 1957 bis heute das theologische Fundament der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).

Sie können die Thesen bei Frau Klöhn, Tel. 0511 / 2796-224 bestellen.

 

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