Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Fundamentalismus

Christlicher Fundamentalismus als Phänomen der Moderne

Auf reformiert-info: kritische Analysen des Fundamentalismus mit seinem theologischen und politischen Schwarz-Weiß-Denken sowie dem imperialistischen Zug, dem Streben nach "Weltbeherrschung".

 

 

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Von Marten Marquardt

Die "Hauptinstrumente des Fundamentalismus" - die uns z.B. in der Politik von Präsident George Bush begegnen - analysiert und kritisiert Marquardt: die dualistische Aufteilung von Gottes Schöpfung in Licht und Finsternis, die Sehnsucht nach Einfachheit, die "dekadenzhermeneutische" Sicht auf die Welt, mit der es stetig bergab gehe, und eine Auslegung der Bibel, die innerbiblische Zusammenhänge ausblendet. Marquardts Fazit: Christen auf dem Fundament biblischer Tradition können keine Fundamentalisten sein.
Von Prof. Dr. Dr. Heinrich Schäfer

In seiner soziologischen Analyse der Fundamentalismen entwickelt Schäfer Kriterien dieser "sozialen Bewegungen": das Absolutsetzen der eigenen religiösen Orientierung und der Kampf um die politische Kontrolle des jeweiligen Zentrums. Fundamentalismus zielt auf "Weltbeherrschung". Der stärkste Widerspruch gegen Fundamentalismus: die hermeneutisch-demokratische Moderne, getragen von Selbstrelativierung, Toleranz und Solídarität.
Von den Widersprüchen eines modernen Antimodernismus

Seit den Terroranschlägen vom 11. September ist religiöser Fundamentalismus ein aktuelles gesellschaftliches Thema. Diese extreme Form religiösen Denkens und Lebens gibt es auch im Christentum. Als "Krisenphänomen" und als "digitalisierten Kleinglauben" beleuchtet Michael Weinrich den christlichen Fundamentalismus.
Walter J. Hollenweger über religiöse Rechthaberei

„Ob Jesus als Jungfrauensohn in Bethlehem geboren wurde oder nicht - das ist nicht nur irrelevantes Theologengezänk. Hinter dieser Auseinandersetzung versteckt sich ein schleichender Fundamentalismus, der nicht weniger gefährlich ist als der islamische“, schreibt Walter J. Hollenweger in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ).
Wie kann man dem Kreationismus argumentativ begegnen?

Die Schöpfungsgeschichte hat eine ganz andere Pointe als die wissenschaftliche Erklärung des Anfangs der Welt, meint Christian Link und hält den Kreationismus deshalb für zum Scheitern verurteilt.
Dialektische Theologie versus Kreationismus im ''Gottesprogramm''

Barth-Lektüre einmal anders – in einem Roman des amerikanischen Schriftstellers John Updike. Das Thema: Wort-Gottes-Theologie contra Kreationismus. Der Student Dale Kohler will die Existenz Gottes mit einem Computerprogramm beweisen. Professor Roger Lambert hält ihm entgegen: Ein Gott, den man „aus dem Herzen der Natur“ beweisen könne, mache den Glauben billig.
Von Marten Marquardt

Geschichte und Theorie des christlichen Fundamentalismus macht Marquardt anschaulich an Beispielen aus der Praxis: anhand der Hinrichtung des Juristen und Theologen Michael Servet am 27. Oktober 1553 in Genf und anhand eines zeitgenössischen Fundamentalisten, dem jungen amerikanischen Studenten Tom. Marquardt ruft dazu auf, aufmerksam hinzuschauen, "damit wir die Gefahren erkennen" und nicht "aus besten Absichten zu Komplizen der Unmenschlichkeit" werden.
Kreationismus und „intelligentes Design“ – kritisch betrachtet

Das neue Heft der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) bietet Argumente gegen die Theorien des Kreationismus. Der Natur- und Verhaltenswissenschaftler Hansjörg Hemminger informiert über die aktuelle Evolutionsbiologie und beleuchtet kritisch die pseudowissenschaftlichen Argumente des Kreationismus und die unvernünftigen „theologischen Schlüsse aus der empirischen Naturerkenntnis“ des „intelligent Design“.
Eine Kolumne von Michael Weinrich

Fundamentalistische Einstellungen seien nun auch in Deutschland auf dem Vormarsch, schreibt Michael Weinrich. Prävention sei nötig als wirkungsvolle Abwehr gegen obskurantistische Theorien, die versuchen, der Bibel ihren eigenen Geist auszutreiben, und die Theologie verlottern. Gefordert sind jetzt naturwissenschaftliche und theologische Bildung.
Eine Orientierungshilfe der EKD

EKD. Über Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöpfungsglauben sowie über die Behandlung dieser Themen in der Schule wird seit längerem eine intensive Debatte geführt. Viele Beiträge zu dieser Debatte gingen davon aus, "dass entweder die Evolutionstheorie dem Schöpfungsglauben oder der Schöpfungsglaube der Evolutionstheorie weichen muss. Das wird jedoch weder der einen noch der anderen Seite gerecht", meint dazu der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, im Vorwort einer Orientierungshilfe des Rates der EKD. Diese steht zum Download bereit.
von Paul Kluge, Leer

Von Fundamentalismus wird heute vor allem im Zusammenhang mit dem Islam gesprochen. Der Begriff aber entstammt dem Protestantismus des frühen 20. Jahrhunderts. Das Phänomen des Fundamentalismus ist religionsübergreifend.
 

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