Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

EKiR: Effizient wirtschaften, aber kein Sparen an der falschen Stelle

Globalisierung: Kompass für Gemeinden und Einrichtungen

Leitfaden zu ökofairem Einkauf hilft aus Dilemma zwischen Sparzwang und Ethik

Ökologische, sozial fair hergestellte Produkte bei der kirchlichen Arbeit zu verwenden, ist möglich und auch bezahlbar. Das zeigt der Leitfaden „Effizient wirtschaften, aber kein Sparen an der falschen Stelle!“, vom „Südwind“-Institut für die Evangelische Kirche im Rheinland verfasst. Er beschäftigt sich mit nachhaltigem Beschaffungswesen und gibt praktische Vorschläge für den Alltag, zum Beispiel für den Einkauf von Glühbirnen, einer Spülmaschine oder einem Dienstwagen. „Kaffee oder Tee werden bereits heute in vielen kirchlichen Einrichtungen aus Fairem Handel gekauft. In der Praxis ist der Weg hin zu einer weitergehenden nachhaltigen Beschaffung jedoch nicht einfach“, so Präses Nikolaus Schneider im Vorwort des Leitfadens. „In vielen kirchlichen Bereichen wird daher diskutiert, warum überhaupt bewusster eingekauft werden soll, was dies kostet und wie die Umstrukturierung des Einkaufs umgesetzt werden kann.“

Die Anregung zur Erstellung des Leitfadens geht zurück auf Kirchengemeinden und Kirchenkreise, die ein Dilemma zwischen sparsamer Verwendung von Geldern und Beachtung ethischer Kriterien sahen und entsprechende Anträge an die Landessynode stellten, die sich seit 2008 mit dem Thema wirtschaftliche Globalisierung beschäftigt. Ist fairer Kaffee – um das klassische Beispiel zu nennen – teurer? Nicht unbedingt, so das Fazit der Studie, gemeinsamer Großeinkauf mit Rabatt kann die Mehrkosten ausgleichen. „In vielen Bereichen, von Bürogeräten über Strom bis hin zu Fahrzeugen sind durch einen bewussteren und sparsameren Konsum sogar Einsparungen möglich“, so Friedel Hütz-Adams, Südwind-Mitarbeiter und Autor des Leitfadens.

Mit dem Leitfaden liegt den Gemeinden und Einrichtungen, insbesondere den Presbyterien und Einrichtungsleitungen nun ein praktischer Kompass für den Alltag vor. Die rheinische Kirche reiht sich ein in die Gruppe von Kommunen und Kirchen, die ökofaire Beschaffung voranbringen. Im Leitfaden genannte Webadressen erleichtern den ökofairen Einkauf. Gewürdigt wird in dem Leitfaden auch das Engagement von Kirchengemeinden und Kirchenkreisen in der rheinischen Kirche, die aufgrund eigener Beschlüsse bereits einen ökofairen Einkauf praktizieren. Mit der Veröffentlichung des Leitfadens soll diese Basis jetzt verbreitert werden.

Der Leitfaden mit den grundsätzlichen Analysen und Handlungsempfehlungen wird im Juni an die Kirchengemeinden, Ämter, Werke und Einrichtungen der rheinischen Kirche verteilt.

Eine Langfassung mit weiteren Beispielen und Belegen steht im Internet auf der Website www.ekir.de/globalisierung zur Verfügung. „Wirtschaften für das Leben“ lautet die Stellungnahme der rheinischen Kirche zur wirtschaftlichen Globalisierung. Teil dieses Beschlusses ist auch dies: Herausgefordert von den ökonomischen, sozialen und ökologischen Fragen, arbeitet die rheinische Kirche weiter an Themen wie Klimaschutz, Achtung von Tarif- und Sozialstandards und Migration.

Bestell- und Kontaktadresse: Evangelische Kirche im Rheinland, Dr. Heinz-Jürgen Joppien, Hans-Böckler-Straße 7, 40476 Düsseldorf, Telefon (0211) 45 62 – 529, heinz-juergen.joppien@ekir-lka.de

online zum Download:
Langfassung der Broschüre "Effizient wirtschaften, aber kein Sparen an der falschen Stelle! Nachhaltiges Beschaffungswesen in der
Evangelischen Kirche im Rheinland – Vorschläge für eine Umsetzung".pdf >>>


Pressemeldung der EKiR, 2. Juni 2010
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Reformierte nehmen Stellung zur neoliberalen ökonomischen Globalisierung

 

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